🚧 Beta — es können noch Fehler auftreten. Hilf mit, Lemoyn zu befüllen: Spot eintragen!

World-Cup-Strecken, die du selbst fahren kannst

Auf den Spuren von Pierron und Bruni: zehn Weltcup-Orte in Europa, deren Strecken du mit Liftticket selbst fahren kannst – ehrlich eingeordnet, von brutal bis machbar.

Stand: 9. Juli 20267 Min. LesezeitMax Auervon Max
Downhill-Fahrer in voller Schutzausrüstung springt über ein Wurzelfeld einer Weltcup-Strecke im Bergwald

Samstagnachmittag, Livestream an: Amaury Pierron ballert in Val di Sole durch ein Wurzelfeld, in dem du nicht mal stehen möchtest. Und irgendwo im Hinterkopf die Frage: Wie fühlt sich das eigentlich an?

Die gute Nachricht: Du kannst es rausfinden. Fast alle Weltcup-Strecken Europas liegen in ganz normalen Bikeparks und sind mit Liftticket für alle offen.

Die ehrliche Nachricht: Diese Tracks sind schwarz. Highspeed, verblockt, steil – gebaut, damit die schnellsten 60 Fahrer der Welt an ihre Grenze kommen. Kein Ort für deinen zweiten Bikepark-Tag. Aber mit stabilem Bike, Full-Face und gesundem Respekt sind sie fahrbar. Langsamer als im Stream, dafür mit demselben Boden unter den Reifen.

Hier sind zehn Weltcup-Orte zum Selberfahren – echte DH-Venues zuerst, inklusive Chickenways, entschärfter Varianten und einem XC-Sonderfall am Ende.

1. Bikepark Leogang – Salzburger Land, Österreich

Kein Ort in Europa hat mehr Weltcup-Routine: Leogang ist seit 2010 fester Halt im Kalender und hat mehrere Weltmeisterschaften ausgerichtet. Die WC-Strecke „Speedster" ist 2,6 km lang, sprunglastig und oben brutal schnell – genau die Gaps, über die Bruni und Co. segeln. Der Vorteil für Normalsterbliche: Vieles ist abrollbar oder hat Chickenways, und drumherum liegt einer der größten Parks der Alpen mit Sprüngen satt – mehr dazu im Guide zu Europas Jump Lines. Zum Spot: Bikepark Leogang auf Lemoyn.

↗ 468 hm · Speedster 2,6 km · Gondel · Anfang Mai–Ende Okt

Planung: Auto ab Salzburg ca. 1 Std., Bahnhof Leogang liegt nah an der Talstation. Beste Zeit: unter der Woche im Juni oder September. Bett & Shop: Verleih und Shops direkt am Lift, Unterkünfte vom Camp bis zum Bike-Hotel – der Ort lebt vom Park.

2. Bike Park Val di Sole – Trentino, Italien

Die „Black Snake" gilt im Fahrerlager als härteste Strecke im Kalender – und das ist keine PR. 2,3 km fast nur Wurzeln und Steine, im Schnitt 22 % Gefälle, in Spitzen deutlich mehr. Hier ist Schieben einzelner Sektionen keine Schande, sondern Standard. Wer es probiert hat, versteht danach jeden Sturz im Livestream: Bike Park Val di Sole auf Lemoyn.

↗ ~550 hm · Black Snake 2,3 km · Ø 22 % Gefälle · Gondel · ca. Ende Mai–Sept

Planung: Auto ab Trento gut 1 Std.; die Regionalbahn Trento–Malé nimmt Bikes mit und hält nahe der Gondel in Daolasa. Beste Zeit: Juni oder September, im Hochsommer wird es staubig. Bett & Shop: Verleih an der Talstation, Unterkünfte in Dimaro und Commezzadura.

3. Nevis Range Fort William – Schottland

Seit 2002 Weltcup-Boden, dazu zwei Weltmeisterschaften: Fort William ist der Klassiker schlechthin. 2,8 km und 555 Tiefenmeter, oben offener Highspeed über Steinfelder, unten technischer Wald. Ehrlich dazu: Der DH-Track ist öffentlich, aber nur zu festen Zeiten offen, und Regen wie Midges gehören zum Paket. Nevis Range Fort William auf Lemoyn.

↗ 555 m · 2,8 km · Gondel · DH-Track ca. Mitte Mai–Mitte Sept, meist 11–15 Uhr

Planung: Flug nach Glasgow oder Edinburgh, dann ca. 2,5–3 Std. Auto; alternativ Nachtzug ab London bis Fort William. Beste Zeit: Mai/Juni, bevor die Midge-Saison richtig losgeht. Bett & Shop: Shop an der Talstation, Betten im 10 Minuten entfernten Fort William – direkt am Berg ist es dünn.

4. Bike Kingdom Lenzerheide – Graubünden, Schweiz

Lenzerheide ist der Doppel-Weltcup: Downhill und Cross-Country am selben Berg, 2018 sogar mit Heim-WM. Die „Straightline" ist kürzer als andere WC-Tracks, dafür kompromisslos direkt – rund 400 Tiefenmeter mit Sprüngen, Anliegern und fiesen Wurzelpassagen. Daneben liegt ein kompletter Park mit blauen und roten Linien, falls die Straightline (noch) zu viel ist – Stichwort Flow Trails der Alpen. Zum Spot: Bike Kingdom Lenzerheide auf Lemoyn.

↗ ~400 hm · Straightline · Gondel · ca. Mai–Okt

Planung: Ab Chur ca. 30 Min. mit Auto oder Postauto. Beste Zeit: Juni–September; rund ums Weltcup-Wochenende ist die Strecke gesperrt, dafür ist die Stimmung im Ort einmalig. Bett & Shop: Verleih und Shops im Dorf, Preisniveau Schweiz – einplanen.

5. Bikepark Les Gets – Haute-Savoie, Frankreich

Für den Weltcup 2021 bekam Les Gets eine neue Strecke am Mont Chéry: oben offen und pfeilschnell, unten steiler Wurzelwald, zum Schluss große Tables vor Publikumskulisse. 2022 wurde hier die WM gefahren. Der Rest des Parks plus der Portes-du-Soleil-Verbund füllen locker eine ganze Woche. Bikepark Les Gets auf Lemoyn.

WC-Track am Mont Chéry · Gondel · ca. Juni–Anfang Sept · Portes-du-Soleil-Verbund

Planung: Flug nach Genf, dann ca. 1 Std. Auto oder Shuttle. Beste Zeit: Juli/August für volle Liftauswahl; Renn-Wochen meiden – oder bewusst hin. Bett & Shop: Les Gets ist ein MTB-Dorf, Shops, Verleih und Unterkünfte an jeder Ecke.

6. Bikepark Champéry–Morgins – Wallis, Schweiz

Champéry ist der Hang, auf dem Danny Hart 2011 im strömenden Regen Weltmeister wurde – einer der berühmtesten Runs der DH-Geschichte. Die Strecke gehört zu den steilsten, die je im Weltcup gefahren wurden, und nach Regen wird der Waldboden zur Seife. Ehrlich: Das hier ist nichts zum Reinschnuppern, sondern der Endgegner dieser Liste. Bikepark Champéry Morgins auf Lemoyn.

extrem steil (Passagen über 30 %) · Seilbahn · ca. Juni–Sept · Portes-du-Soleil-Verbund

Planung: Ab Genf ca. 1,5 Std., Champéry hat einen Bahnhof (Linie ab Aigle). Beste Zeit: stabile Trocken-Phasen im Hochsommer – bei Nässe lass es. Bett & Shop: kleiner Ort mit Verleih, mehr Auswahl drüben in Morgins oder Les Gets.

7. Bikepark Schladming – Steiermark, Österreich

Schladmings Planai-Downhill war in den 2000ern der Fan-Liebling im Weltcup – Sam Hill und Gee Atherton stehen hier in der Siegerliste. Das Rennen ist weg, die Strecke nicht: 2,5 km und knapp 600 Tiefenmeter mit Wurzelteppichen, Steinfeldern und großen Sprüngen, inklusive Zeitmessung für alle. Bremswellen-Garantie an Wochenenden. Bikepark Schladming auf Lemoyn.

↗ 596 hm · 2,5 km · Gondel · ca. Mai–Okt

Planung: Auto ab Salzburg ca. 1 Std., vom Bahnhof Schladming läufst du zur Planai-Talstation. Beste Zeit: Herbst, wenn der Boden griffig ist. Bett & Shop: Shops und Verleih an der Talstation, dazu die volle Betten-Auswahl eines Tourismus-Orts.

8. Bikepark Pohorje – Maribor, Slowenien

Maribor ist Weltcup-Boden seit den späten 90ern und feierte 2019 sein Comeback im Kalender. Die Strecke am Pohorje ist Oldschool-DH: steil, wurzelig, schnell – und die Gondel startet praktisch am Stadtrand. Dazu ist Slowenien preislich eine Wohltat gegen die Alpen-Hotspots. Bikepark Pohorje Maribor auf Lemoyn.

Gondel ab Stadtrand · lange Saison (ca. Frühjahr–Herbst) · WC-Comeback 2019

Planung: Auto ab Graz ca. 1 Std., ab Wien ca. 2,5 Std. Beste Zeit: Frühjahr und Herbst, im Hochsommer kann es schwül werden. Bett & Shop: Verleih am Berg überschaubar, dafür günstige Unterkünfte und gutes Essen unten in Maribor.

9. Vallnord Bike Park – La Massana, Andorra

Von 2013 bis 2019 Stammgast im Weltcup, 2015 sogar WM: Die Strecke in Pal ist hochalpin, lose und staubig – Kurven, die unterm Reifen wegbröseln. Der Park drumherum hat von grün bis doppelschwarz alles. Der eigentliche Endgegner ist die Anreise. Vallnord Bike Park auf Lemoyn.

hochalpin, lose und staubig · Gondel · ca. Juni–Sept · WM 2015

Planung: Ab Barcelona oder Toulouse jeweils ca. 3 Std. Auto – Andorra hat weder Flughafen noch Bahn. Beste Zeit: Juli–September. Bett & Shop: La Massana ist auf Bike-Gäste eingestellt, Verleih an der Gondel, Hotels vergleichsweise günstig.

10. Bikepark Albstadt – Schwäbische Alb, Deutschland (Achtung: XC!)

Kurze Erwartungskorrektur: Albstadt ist Weltcup-Ort, aber im Cross-Country. Im „Bullentäle" wurde fast ein Jahrzehnt lang XCO-Weltcup gefahren – hier zählen Lunge und Beine, nicht Federweg. Der kleine Bikepark nebenan liefert trotzdem Abfahrtsspaß und ist deutlich einsteigerfreundlicher als alles andere auf dieser Liste. Bikepark Albstadt auf Lemoyn.

XC-Weltcup-Kurs „Bullentäle" · kleiner DH-/Freeride-Park · Lift · ca. Apr–Okt

Planung: Auto ab Stuttgart ca. 1 Std., Bahnhof Albstadt-Ebingen vorhanden. Beste Zeit: trockene Tage von Frühjahr bis Herbst; der Parkbetrieb läuft teils nur an Wochenenden – vorher checken. Bett & Shop: solide Shop-Dichte in der Stadt, Übernachtung eher Zweckbett als Bike-Hotel.


Noch ein ehrlicher Rat: Fahr eine Weltcup-Strecke beim ersten Mal wie eine Streckenbesichtigung, nicht wie ein Finale. Anhalten, Sektionen anschauen, Chickenways nehmen – die Pros machen beim Trackwalk nichts anderes. Und wenn du merkst, dass dir eher nach Flow als nach Wurzelfeld ist: auch okay. Die Strecken laufen nicht weg.

Häufige Fragen

Darf ich eine Weltcup-Strecke einfach mit dem Tagesticket fahren?

In den meisten Parks ja: Strecken wie der Speedster in Leogang oder die Black Snake in Val di Sole sind normale (schwarze) Parkstrecken. Gesperrt sind sie nur rund um Rennen und offizielle Trainings – vor der Reise den Event-Kalender des Parks checken.

Welches Bike und welche Schutzausrüstung brauche ich?

Ideal ist ein Downhill-Bike; ein stabiles Enduro reicht auf den meisten Strecken, wenn du Tempo rausnimmst. Full-Face-Helm ist in vielen Parks auf DH-Strecken vorgeschrieben, dazu mindestens Knieschoner und Handschuhe – besser noch Rückenprotektor.

Bin ich gut genug für eine World-Cup-Strecke?

Wenn du schwarze Bikepark-Strecken sicher und kontrolliert fährst, kannst du dich rantasten. Sektionen vorher anschauen, Chickenways nutzen, im Zweifel schieben – die Profis laufen die Strecke beim Trackwalk auch erst zu Fuß ab.

Was ist der Unterschied zwischen DH- und XC-Weltcup-Strecke?

Downhill-Strecken (Leogang, Val di Sole, Fort William) führen nur bergab und sind auf Renntempo gebaut. XC-Kurse wie das Bullentäle in Albstadt sind Runden mit harten Anstiegen und kurzen technischen Abfahrten. Lenzerheide hat als Doppel-Venue beides.

Welche Weltcup-Strecke ist am ehesten für den Einstieg geeignet?

Leicht ist keine. Am zugänglichsten sind Leogang und Lenzerheide: viele Passagen abrollbar, Chickenways vorhanden und daneben ein kompletter Park zum Aufwärmen. Val di Sole und Champéry sind das andere Ende der Skala – erst fahren, wenn schwarz Routine ist.

Max Auer

Über Max Auer

Founder & Rider, Lemoyn

Max Auer fährt seit 2017 Mountainbike, hauptsächlich im Salzburgerland. Über 40 der Spots auf Lemoyn ist er selbst gefahren – von großen Bikeparks bis zu den kleinen, vereinsgebundenen Trails, die sonst kaum jemand auf dem Schirm hat.

Genug gelesen?

Alle Spots aus diesem Beitrag findest du auf Lemoyn — mit Karte, Zustand und allem drum herum.

Spots entdecken

Mehr aus dem Magazin