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Jump Lines & Sprünge: Europas spektakulärste Bikeparks

Von Schladmings 99 Jumpline bis zur Pro Line von La Poma: neun Bikeparks, in denen Europa fliegt – mit ehrlicher Ansage, welches Level du wirklich brauchst.

Stand: 9. Juli 20267 Min. LesezeitMax Auervon Max
Mountainbiker in der Luft über einem großen Table einer Bikepark-Jump-Line, Bergpanorama im Hintergrund

Es gibt diesen einen Moment, in dem die Reifen den Boden verlassen und alles still wird. Kein Rattern, keine Bremse – nur du, das Bike und ein paar Meter Luft. Wer das einmal sauber erlebt hat, will es wieder. Und wieder.

Genau dafür ist diese Liste. Wir haben Europas Bikeparks nach den Lines sortiert, die dich fliegen lassen: von der ersten Table-Reihe bis zu Gaps, bei denen selbst Profis zweimal atmen.

Eine ehrliche Ansage vorweg: Airtime ist kein Anfängerspielzeug. Ein Acht-Meter-Sprung verzeiht keinen halben Absprung. Deshalb steht bei jedem Park dabei, welches Level du wirklich brauchst – und am Ende findest du zwei Spots, an denen du das Springen von Grund auf lernst.

Die Reihenfolge: zuerst die Lift-Parks mit den großen Lines, danach die Dirt-Spots als Bodenstation. Wer lieber Kurven als Luft mag, findet in unseren Flow Trails der Alpen die entspanntere Verwandtschaft.

1. Bikepark Châtel — Portes du Soleil, Frankreich

Châtel ist seit Jahren die Freestyle-Adresse der Alpen. Neben 17 Trails vom grünen Cruiser bis zur schwarzen Linie gibt es eigene Slopestyle-Bereiche, eine Drop Zone mit Wallride und Quarter – und die berüchtigte Freeride-Flanke der Plaine Dranse. Springen ist hier kein Anhängsel, sondern Programm. Die blauen Jump-Zonen gehen mit solider Table-Erfahrung, die großen Lines sind Könner-Terrain. Bikepark Châtel auf Lemoyn.

17 Trails · Slopestyle- & Drop-Zone · Sessellifte · ~Mitte Juni–Mitte Sep

Planung: Mit dem Auto ab Genf rund 1,5 Stunden; Öffi geht über Thonon plus Bus, zieht sich aber. Beste Zeit: Juli und August, im Hochsommer gibt es freitags teils Abendsessions. Bett & Shop: Châtel lebt vom Bike-Sommer – Verleih, Shops und Unterkünfte direkt im Ort, Waschplatz am Parkplatz.

2. Bikepark Schladming — Steiermark, Österreich

Die 99 Jumpline ist der Grund, warum Schladming hier weit oben steht: rund 3,5 Kilometer Sprünge am Stück, sauber geshapt, mit Tables von etwa drei bis acht Metern Länge. Wem das nicht reicht, der biegt im unteren Teil auf die Monster-Line ab – dort warten Booter um die zwölf Meter. Das ist keine Mutprobe für Neugierige, das ist eine Ansage. Bikepark Schladming auf Lemoyn. Level: Die 99er ab solidem Fortgeschrittenen-Niveau, die Monster-Line nur mit ernsthafter Sprung-Erfahrung.

~42 km Trails · Gondel bis 1.830 m · 99 Jumpline ~3,5 km · Sprünge 3–8 m

Planung: Top mit Öffi: Der Bahnhof Schladming liegt im Ort, die Planai-Gondel ist von dort gut erreichbar. Beste Zeit: Juni bis September. Bett & Shop: klassischer Tourismus-Ort mit allem – Verleih an der Talstation, Betten in jeder Preisklasse.

3. Bikepark Leogang — Salzburger Land, Österreich

Leogang kann alles, aber die Hot Shots fired by GoPro ist das Aushängeschild: über drei Kilometer Tables, Wellen, Wallrides und Anlieger von der Asitz-Bergstation talwärts, rund 400 Höhenmeter Dauergrinsen. Das Beste: Fast alle Sprünge sind so gebaut, dass du sie rollen oder ziehen kannst – die Line wächst mit dir. Dazu gibt es im Tal eine Übungsarea mit Dirt Line, Dropzone und Bagjump. Bikepark Leogang auf Lemoyn. Level: ab gutem Blau-Niveau fahrbar, nach oben offen.

Hot Shots: ~3,3 km · ~400 hm · Gondel · ~Mai–Okt

Planung: Der Bahnhof Leogang liegt nah an der Talstation – einer der am besten mit dem Zug erreichbaren Parks der Alpen. Beste Zeit: Juni bis September, an Wochenenden früh kommen. Bett & Shop: große Verleih- und Shop-Infrastruktur an der Talstation, Unterkünfte vom Campingplatz bis zum Bikehotel.

4. Bikepark Innsbruck — Tirol, Österreich

Hier fährt die Weltelite: Der Crankworx-Stopp hat den Park in Mutters berühmt gemacht, inklusive Slopestyle-Weltmeisterschaft vor Alpenkulisse. Für Normalsterbliche gibt es rund 20 Kilometer Trails, eine eigene Jumpline und seit 2025 einen Airbag im überarbeiteten Rookie-Bereich – ideal, um neue Tricks ohne Vollrisiko zu testen. Bikepark Innsbruck auf Lemoyn. Level: vom verspielten Einstieg bis zur Crankworx-DNA – die ganz großen Sprünge bleiben den Könnern.

~20 km Trails · Jumpline + Airbag · Lift ab Mutters · Crankworx-Stopp

Planung: Ab Innsbruck Hauptbahnhof mit Öffi nach Mutters machbar – Städtetrip und Bikepark passen in ein Wochenende. Beste Zeit: Juni bis September; während Crankworx ist der Park voll, aber die Stimmung einmalig. Bett & Shop: Übernachten in der Stadt, Shops und Verleih gibt es in Innsbruck reichlich.

5. EVO Bike Park — Digne-les-Bains, Frankreich

Ein von Ridern gebauter Freeride-Park in der Provence, hochgezogen mit Bagger und Besessenheit. Die Jump-Lines sind der Star: eine Linie mit über 30 Tables ohne große Gaps, auf der du Sprung für Sprung Vertrauen aufbaust – und daneben Lines mit Doubles und Gaps von sechs bis dreizehn Metern für die, die es wirklich können. Hoch geht es per Geländeshuttle. EVO Bike Park auf Lemoyn. Level: mutige Fortgeschrittene bis Profi – reine Anfänger sind hier falsch.

Shuttle-Uplift · Jump-Line mit 30+ Tables · Gaps 6–13 m · ~Apr–Nov

Planung: Ohne Auto wird es schwer, Digne liegt abseits der Bahn-Hauptlinien. Shuttle-Plätze sind begrenzt (um die 40 Rider pro Tag) – vorher reservieren; in der Nebensaison oft nur am Wochenende offen. Bett & Shop: Digne-les-Bains hat Hotels und Camping, die Bike-Infrastruktur im Ort ist dünn – Ersatzteile mitbringen.

6. Hafjell Bike Park — Øyer, Norwegen

Norwegens größter Bikepark, bekannt für Jump-Trails, die einfach nicht aufhören. Auf Strecken wie dem Roller Coaster reihen sich Dutzende Sprünge und Anlieger aneinander; insgesamt warten 19 Trails und über 800 Meter Höhendifferenz mit Gondel und Sessellift. Skandinavier bauen groß und sauber – wer Tables liebt, wird hier sehr glücklich. Hafjell Bike Park auf Lemoyn. Level: breite Auswahl von Grün bis Schwarz; die großen Jump-Trails brauchen Tempo-Erfahrung.

19 Trails · ↗ ~800 m Höhendifferenz · Gondel + Sessellift · ~Ende Juni–Mitte Okt

Planung: Ab Oslo rund zwei Stunden Richtung Lillehammer; mit dem Zug bis Lillehammer und weiter per Bus machbar. Beste Zeit: Juli und August, im Herbst kurze Tage einplanen. Bett & Shop: großer Verleih mit Downhill-Bikes an der Talstation, Unterkünfte im Resort und in Lillehammer. Norwegen-Preise einkalkulieren.

7. BikePark Wales — Merthyr Tydfil, Großbritannien

Der britische Park-Primus: rund 40 Trails an einem Hang, hochgefahren wird per Uplift-Bus. Die Jump-Lines gehören zu den meistgefahrenen der Insel – von rollbaren blauen Sprungstrecken bis zu schnellen schwarzen Linien, dazu Klassiker wie Terry's Belly, die längste blaue Abfahrt Großbritanniens. Und weil Wales ist, wie es ist: Der Park läuft fast das ganze Jahr. BikePark Wales auf Lemoyn. Level: einer der besten Parks, um sich vom ersten Table systematisch nach oben zu arbeiten.

~40 Trails · Uplift-Bus · ganzjährig (wetterabhängig) · 40 min ab Cardiff

Planung: Ab Cardiff etwa 40 Minuten mit dem Auto; Uplift-Plätze online buchen, Wochenenden sind schnell voll. Beste Zeit: Mai bis September für trockene Lines, im Winter Matschreifen einpacken. Bett & Shop: Shop, Verleih und Café direkt am Park, Unterkünfte in Merthyr Tydfil und Cardiff.

Bodenstation: Wo Springen gelernt (und perfektioniert) wird

Große Lines fährt niemand aus dem Nichts. Dirtparks sind der ehrlichste Weg zur Airtime: kleine Sprünge, hunderte Wiederholungen, kein Liftticket. Die letzten zwei Spots decken beides ab – Weltklasse und Feierabend. Und wenn du generell noch am Anfang stehst, hilft dir unser Guide zu den besten Einsteiger-Bikeparks im DACH-Raum.

8. La Poma Bikepark — bei Barcelona, Spanien

Wenn es um Dirt Jumps geht, führt in Europa kein Weg an La Poma vorbei. Auf rund 30.000 Quadratmetern stehen mehrere Dirt-Lines von Mini-Tables bis zur Pro Line, dazu Slopestyle-Elemente, Airbag und Foam Pit. Die halbe Slopestyle-Weltelite trainiert hier über den Winter – und trotzdem findest du Lines, die du als ambitionierter Einsteiger fahren kannst. La Poma Bikepark auf Lemoyn. Level: alles. Wirklich alles.

~30.000 m² · Dirt-Lines von klein bis Pro · Airbag & Foam Pit · ganzjährig

Planung: Liegt im Großraum Barcelona, mit Auto oder Vorortzug plus kurzer Strampelei erreichbar. Beste Zeit: Herbst bis Frühjahr – im Hochsommer wird es brutal heiß; unter der Woche öffnet der Park teils erst nachmittags, vorher Öffnungszeiten checken. Bett & Shop: Shop am Gelände, übernachten in Barcelona und Umgebung.

9. Dirtpark Köln — Nordrhein-Westfalen, Deutschland

Kein Lift, keine Gondel, kein Alpenpanorama – dafür genau das, was Springen-Lernen braucht: geshapte Erdsprünge in mehreren Linien, von der Einsteiger-Table-Reihe bis zu Sprüngen, an denen sich auch Geübte abarbeiten. Dirtparks wie dieser sind die Bodenstation für alles weiter oben auf dieser Liste. Dirtpark Köln auf Lemoyn. Level: Einstieg bis Fortgeschritten – der Eintritt kostet nichts außer Respekt vor der Arbeit der Locals.

Dirt-Lines für mehrere Level · kein Lift · frei zugänglich · nur bei Trockenheit

Planung: Mitten im Kölner Stadtgebiet, per Rad oder Bahn erreichbar. Beste Zeit: nach ein paar trockenen Tagen – nasse Dirt-Sprünge fährt man nicht, das zerstört die Lines. Bett & Shop: Großstadt eben, Bikeshops gibt es viele. Gebaut und gepflegt wird von der Community – Schaufel-Karma zählt.

Neun Spots, ein Muster: Die größten Sprünge Europas stehen denen offen, die klein angefangen haben. Such dir eine Line eine Nummer unter deinem Ego, fahr sie zwanzig Mal sauber, dann nimm die nächste. Der Rest ist Anlauf.

Häufige Fragen

Welcher Bikepark in Europa hat die größten Sprünge?

Zu den größten liftbetriebenen Sprüngen gehört die Monster-Line in Schladming mit Bootern um zwölf Meter. Im EVO Bike Park bei Digne-les-Bains gibt es Doubles und Gaps von sechs bis dreizehn Metern. Im Dirt-Bereich ist die Pro Line von La Poma bei Barcelona das Maß der Dinge – dort trainiert die Slopestyle-Weltelite.

Kann ich als Anfänger eine Jump Line im Bikepark fahren?

Ja – aber nur rollbare Lines mit Tables, keine Doubles oder Gaps. Gute Einstiege sind die Hot Shots in Leogang, die blauen Sprungstrecken im BikePark Wales oder kleine Dirt-Lines wie in Köln. Fang klein an, bleib auf einer Line, bis sie langweilig wird, und steigere dich dann erst.

Was ist der Unterschied zwischen Table und Double – und warum ist er wichtig?

Ein Table hat eine durchgehende Erdfläche zwischen Absprung und Landung: Kommst du zu kurz, landest du oben drauf. Ein Double hat dazwischen ein Loch – zu kurz heißt hier Einschlag in die Landung. Als Einsteiger fährst du deshalb ausschließlich Tables, bis Weite und Absprung sicher sitzen.

Welches Bike brauche ich für Jump Lines?

Für Jump-Lines im Bikepark funktionieren Enduro- und Downhill-Bikes problemlos – Sattel ganz runter, Fahrwerk straff. In reinen Dirtparks wie La Poma oder Köln sind Dirt-Jump-Hardtails Standard. Wichtiger als das Material sind saubere Absprungtechnik und ein Bike in technisch einwandfreiem Zustand.

Max Auer

Über Max Auer

Founder & Rider, Lemoyn

Max Auer fährt seit 2017 Mountainbike, hauptsächlich im Salzburgerland. Über 40 der Spots auf Lemoyn ist er selbst gefahren – von großen Bikeparks bis zu den kleinen, vereinsgebundenen Trails, die sonst kaum jemand auf dem Schirm hat.

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Alle Spots aus diesem Beitrag findest du auf Lemoyn — mit Karte, Zustand und allem drum herum.

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