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Rennsaison 2026: Der große Rückblick auf Downhill und Enduro

Ein 19-jähriger Rookie gewinnt den Downhill-Weltcup, Vali Höll holt ihren fünften WM-Titel in Folge, Raphaela Richter wird Enduro-Weltmeisterin – und der Enduro-Weltcup verabschiedet sich. Der Rückblick auf die Gravity-Rennsaison 2026.

Stand: 25. Oktober 20264 Min. LesezeitMax Auervon Max
Enduro MTB Rennen

Die Lifte gehen zu, die Rennkalender sind leer – Zeit, zurückzuschauen. Die Gravity-Saison 2026 hatte alles: einen Teenager, der im ersten Elite-Jahr den Downhill-Weltcup gewinnt, eine Salzburgerin, die Rekorde jagt, deutsche Weltmeisterinnen im Enduro und eine Disziplin, die sich nach diesem Jahr neu erfinden muss. Hier sind die Geschichten, die hängen bleiben.

Downhill-Weltcup: Asa Vermette gewinnt als Rookie

Die größte Story der Saison ist 19 Jahre alt. Asa Vermette (Frameworks Racing/TRP) hat den Gesamt-Weltcup der Elite-Männer gewonnen – in seiner ersten Saison in der Elite. Das hat vor ihm nur Nicolas Vouilloz geschafft. Dazu ist Vermette erst der zweite Amerikaner überhaupt, der den Downhill-Weltcup holt.

Leicht war es nicht. Vor dem Finale in Lake Placid (USA) ging es zwischen Vermette, Jordan Williams und Amaury Pierron um den Titel. Pierron stürzte in der Quali zweimal und schaffte es nicht ins Finale, Vermette musste sich durch die zweite Quali-Runde kämpfen. Im Finale reichte ihm Platz acht, weil Williams nur Sechster wurde. Am Ende standen 1.442 Punkte, 66 mehr als Williams. Pierron wurde Gesamtdritter.

Das Rennen selbst gewann Luke Meier-Smith – wie schon im Vorjahr am selben Ort. Zweiter wurde der Österreicher Andreas Kolb, Dritter Lachlan Stevens-McNab. Henri Kiefer aus Deutschland fuhr auf Platz vier. Weltmeister Jackson Goldstone schied dagegen schon in der Quali aus.

Vali Höll: Weltcup, Heimsieg und WM-Titel Nummer fünf

Bei den Frauen führte an Vali Höll kein Weg vorbei. Die Saalbacherin (Commencal Schwalbe by Les Orres) gewann sechs Weltcup-Rennen und den Gesamt-Weltcup mit 2.220 Punkten – 1.085 Punkte vor Harriet Harnden, Dritte wurde Gracey Hemstreet. Ein siebter Saisonsieg hätte den Rekord von Anne-Caroline Chausson und Rachel Atherton eingestellt. Genau den verhinderte Lisa Bouladou: Die 21-jährige Französin gewann in Lake Placid ihr erstes Weltcup-Rennen, Höll war knapp eine halbe Sekunde langsamer.

Der emotionalste Sieg kam aber im Juni beim Heimrennen im Bikepark Leogang. Zum ersten Mal überhaupt fuhren die Elite-Frauen im Weltcup nach den Männern – als großes Finale des Tages. Laut Veranstalter standen allein am Downhill-Samstag über 15.000 Fans an der Strecke, und Höll gewann mit mehr als drei Sekunden Vorsprung vor Marine Cabirou und Anna Newkirk. Es war ihr dritter Heimsieg in Leogang. Bei den Männern gewann Finn Iles knapp vor Pierron, Henri Kiefer wurde Dritter.

WM in Val di Sole: Höll und Goldstone verteidigen

Ende August ging es auf die Black Snake im Val di Sole – 2,3 Kilometer und 550 Höhenmeter, eine der härtesten Downhill-Strecken der Welt. Höll holte dort ihren fünften WM-Titel in Folge, vor der Schweizerin Lisa Baumann und Harriet Harnden.

Bei den Männern verteidigte Jackson Goldstone sein Regenbogentrikot. Als letzter Fahrer im Rennen lag er bei der dritten Zwischenzeit noch hinten und holte sich den Sieg erst im unteren Teil – 0,695 Sekunden vor Stevens-McNab. Jordan Williams fehlten auf Platz zwei nur sieben Tausendstel, Vermette wurde Vierter. Junioren-Weltmeister wurden Tilly Boadle und der Schweizer Raoul Schneeberger.

MTB Helm mit Mountainbike

Enduro: Dailly, Conolly – und zwei deutsche Weltmeisterinnen

Der Enduro-Weltcup endete Mitte August in Morillon (Frankreich). Adrien Dailly gewann dort das Rennen und drehte die Gesamtwertung noch: Er überholte Lief Rodgers und holte den Titel mit 43 Punkten Vorsprung, Dritter wurde Ryan Gilchrist. Bei den Frauen siegte Morgane Charre im Rennen, den Gesamt-Weltcup verteidigte Ella Conolly – mit 220 Punkten vor Mélanie Pugin.

Die WM in Finale Ligure Mitte Oktober war dann das letzte große Enduro-Rennen des Jahres. Ryan Gilchrist führte vom ersten bis zum letzten Stage und wurde Weltmeister, 4,9 Sekunden vor Elliot Jamieson und Richie Rude. Bei den Frauen wurde Raphaela Richter aus Deutschland zum ersten Mal Weltmeisterin – nach sechs Stages und über 40 Minuten Fahrzeit nur 1,575 Sekunden vor Isabeau Courdurier. Und im E-Enduro gewann mit Helen Weber noch eine Deutsche, bei den Männern verteidigte Adrien Dailly seinen Titel.

Für Enduro geht damit eine Ära zu Ende: Ab 2027 gehört die Disziplin nicht mehr zum Weltcup, nur die WM bleibt. Crankworx hat bereits angekündigt, eine neue Enduro-Serie aufziehen zu wollen, parallel arbeitet die Initiative Enduro United an einer eigenen Tour. Wie das 2027 aussieht, ist noch offen.

Die Rennen vor der Haustür

Weltcup ist das eine – die meisten Rennen in DACH waren 2026 aber kleiner und offen für alle. Im Lemoyn-Eventkalender stehen sie alle:

Die Termine für 2027 tragen wir ein, sobald die Veranstalter sie bekannt geben.

Weltcup-Feeling selbst fahren

Das Schöne am Downhill: Die Strecken der Profis stehen dir offen. In Leogang ist die Weltcup-Line der Speedster – 2,6 Kilometer, 468 Höhenmeter, schwarz. Welche Weltcup-Strecken du noch selbst fahren kannst und wie schwer sie wirklich sind, steht in unserem Beitrag World-Cup-Strecken, die du selbst fahren kannst. Und wo die Lifte noch laufen, siehst du im Überblick zum Saisonende 2026.

Welcher Moment war für dich der größte der Saison – Vermettes Titel, Hölls Heimsieg oder Richters WM-Gold?

Max Auer

Über Max Auer

Gründer, Lemoyn

Max Auer fährt seit 2017 Mountainbike, hauptsächlich im Salzburgerland. Über 40 der Spots auf Lemoyn ist er selbst gefahren – von großen Bikeparks bis zu den kleinen, vereinsgebundenen Trails, die sonst kaum jemand auf dem Schirm hat.

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